Archiv der Kategorie 'Linkssein'

300.000 SURFBRETTER

So schnell kann es gehen – oder so langsam ist dieser Blog. Israel habe ich erst einmal wieder verlassen. Beim Versuch in Deutschland wieder einzureisen, wurde mir mitgeteilt, dass ich seit einem halben Jahr mit internationalem Haftbefehl gesucht werde. Hätte ich die Krankenkassenbeiträge vielleicht doch weiter zahlen sollen? Vielleicht hätte ich mir auch genauer anschauen sollen, an wen ich meine Wohnung in Hamburg vermiete.

Da hat doch glatt jemand ohne mein Wissen 300.000 Surfbretter bei einem Versand auf Hawaii bestellt und sich an meine Adresse schicken lassen. Aufgeflogen ist die Sache erst, als sich der Bürgermeister von Honolulu persönlich bei Angela Merkel für die großartige Wirtschaftshilfe in diesen schwierigen Zeiten bedanken wollte. Ich frage mich ja: Wie gehen dreihunderttausend Surfbretter in meine Wohnung? Jedenfalls kam so im August die Polizei und hat die Dinger beschlagnahmt. Davon da an der Seite ein Foto. weiterlesen ‘300.000 SURFBRETTER’

MATHE STUDIEREN GILT NICHT

Als ich neunzehn war und immer noch ziemlich links, habe ich Abitur gemacht, ziemlich genau in diesen Tagen des Jahres. Und was soll ich sagen – ich habe damals tatsächlich bestanden. Mein Mathe-Lehrer grinste ein wenig verschämt, als er die „1″ ins Studienbuch malte. Damit keine Verwirrung aufkommt: „1″ bedeutet „EIN PUNKT“, also anwesend, aber stumm, nicht etwa „SEHR GUT“. Jedenfalls schrieb er noch fröhlich und brummelte dann in sich hinein: „Aber Mathe studieren gilt nicht, Markus, äh, Herr Flohr“ – als wäre ich jemals auf diese absurde Idee gekommen.
Wie wir den Rest der Feierlichkeiten begangen haben, erzähle ich gleich. Wenn du lieber wissen willst, wie zum Beispiel in Schweden gefeiert wird, klicke hier – darüber habe ich auch eine kleine Geschichte geschrieben.
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AUF RECHTS GEWASCHEN

0102085874700.jpgFrüher war der 1. Mai der Kampftag der Arbeiter, heute versuchen immer mehr Neonazis den Tag mit sich zu besetzen. In Schweden haben Nazis angekündigt die Rede der sozialdemokratischen Parteichefin Sahlin zu stören, in Deutschland marschiert der braune Block in Dortmund.
Die Rechten versuchen die Linken zu kopieren: Sie besetzen ihre Feiertage, tragen die Klamotten der Antifa, plündern ihre Symbole – vom Che-Guevara-Button bis zum Palästinensertuch. Die neuen „Autonome Nationalisten“ treiben ein bizarres Versteckspiel, um Jugendliche zu umgarnen. Der Verfassungsschutz reagiert alarmiert.
Hier
gibt es einen Report dazu. //
Und das Wasser? Es sinkt ein wenig.

‘THE BRAIN OF THE BEAST’

Teil 1 der NEW YORK BITES-Geschichten. // Obendrauf wird die Luft halt doch recht dünne: Ein paar Wölkchen wehen um das Empire State Building, die Küste von Long Island liegt in einer grau-beschen Demse, aber es tut gut, ein paar Mal auf der Plattform um den Turm zu laufen, so nach zwei Stunden anstehen, kontrolliert werden, wieder anstehen, Aufzug fahren. Auf der Nordseite gucke ich uptown.gifan den Uptown-Türmen vorbei Richtung Central Park. Neben mir steht ein anderer Deutscher, putzt seine Brille mit einem karierten Tuch, schaut durch, setzt sie wieder auf. Dann brummt er ein wenig, und sagt: „Wahnsinn, das ist doch der akkumulierte Wahnsinn.“
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NEW YORK BITES

bigapple.jpgAls ich sechzehn war und wir alle ziemlich links, gehörte es zum guten Ton, die USA nicht zu mögen. „Da will ich eh nicht hin“; „Was soll ich denn da?“; „Da gibt es doch nur Big Macs und fette Leute und kaum Demokratie“ hieß es dann. Amerikaner hielten Paris für die Hauptstadt von Rom und würden denken, alle Deutschen seien immer noch Nazis, sekundierten gerne etwas ältere Schüler in der Raucher-Pause auf dem Schulhof. Oder Harald Schmidt abends im Fernsehen.
Wir grölten mit bei „Yankees raus!“ von Slime und es gab viele T-Shirts, auf denen „Fuck the U$A“ stand, oder so etwas.

Nun, ein paar Jahre später, musste ich quasi in den sauren Apfel beißen und hinfahren – in die USA, nach NEW YORK, das erste Mal raus aus Europa, über das große Wasser, zu den gelben Taxis, nach Manhattan, zu den Amis, den Bösen. Ich möchte dir davon erzählen, in drei oder mehr losen Teilen, mit Bildern und so.

1. Teil: ‘The brain of the beast’
2. Teil: „Wenn man NEW YORK nicht richtig filmt,
sieht es aus wie Castrop-Rauxel“
3. Teil: On the run